Der Gott des Gemetzels
Dievernich, Frank EP ; Wetzel, Ralf
Dievernich, Frank EP
Wetzel, Ralf
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Journal article
Editor
Supervisor
Publication Year
2014-05-01
Journal
Kontext
Book
Publication Volume
45
Publication Issue
2
Publication Begin page
126
Publication End page
154
Publication Number of pages
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Abstract
In Organisationen findet man bekanntlich Semantiken, die stark an familiäre Kommunikation erinnern. Gleichzeitig stößt man in Familien zunehmend auf eine mehrwürdige Checklisten-, Zweck- und Zielkommunikation, die man eigentlich eher aus Organisationen kennt. Offenbar reagieren beide Systeme auf externe Reize, die ein solches gegenseitiges Kopierverhalten nahelegen. Dabei scheint Führung eine Rolle zu spielen, in beiden Kontexten ist sie schwieriger geworden und sucht nach Entlastungsmöglichkeiten. Dieser Text versucht die Hintergründe, die jeweilige Verwendungsweise und die Folgen des Einen im Anderen aufzuspüren und stellt die Kernfrage, was beide Systemtypen in ihremVerhalten eint.Wir wollen die These von Eva Illouz von der gegenläufigen Emotionalisierung des Kapitalismus einerseits und der Verökonomisierung von Intimsystemen andererseits mit einem systemtheoretisch inspirierten Blick auf die Rolle der Organisation aufgreifen und etwas präzisieren. Es soll der Versuch unternommen werden, zunächst die Logik von Familien mit jener von Organisationen zu vergleichen, das heißt ihre Ähnlichkeiten und Gegensätzlichkeiten aufzuspüren, um anschließend die gegenseitige Kopierthese zu prüfen und jenem »Gott« auf die Schliche zu kommen. Dafür wird eine inszenierte Krisensituation zweier Familien zum Anlass genommen, um spielerisch nach Analogien, Antinomien und Paradoxien beider Sozialverhältnisse zu suchen. Als Grundlage dient uns Yasmina Rezas »Gott des Gemetzels« in jener Fassung, die 2009 im Berner Stadttheater zu sehen war. As different as organizations and families might appear, both social systems seem to amply borrow coping tactics from each other. Not only organizations have copied patterns of informality and all-channel-communication from families. Reversely, families seem to have learned formalisms and have developed rather rational tools classically known from organizations. Challenging Eva Illouz hypothesis of increasing economization of intimacy, we throw a more systems theoretical light onto the modern relations between families and organizations including their spill-overs. We investigate this modern »couple« by means of the theatre drama »The god of carnage« by Yasmina Reza, which relentlessly unveils the modern conditions, boundaries and paradoxes of family life in modern conditions.
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People Management & Leadership